Urteil des Bundesgerichtshofs zu Ansprüchen gegen Architekten

In einem Urteil vom 08.11.2018 hat der Bundesgerichtshof dargestellt, welche Ansprüche ein Bauherr gegen einen Architekten hat, wenn der Bauherr bestehende Mängel des Bauwerks nicht beseitigen lässt.

So weist der Bundesgerichtshof darauf hin, dass für den vorgenannten Fall der Nichtbeseitigung von Bauwerksmängeln ein Zahlungsanspruch des Bauherrn gegen den Architekten in Höhe der fiktiven Mängelbeseitigungskosten betreffend das Bauwerk ausscheiden.

Allerdings kann der Bauherr gegen den Architekten seinen Schaden im Wege einer Vermögensbilanz nach dem Minderwert des Bauwerks im Vergleich zu dem hypothetischen Wert des Bauwerks bei mangelfreier Architektenleistung bemessen und geltend machen. Alternativ kann der Bauherr seinen Schaden auch in der Weise bemessen, dass er ausgehend von der mit dem ausführenden Bauunternehmen vereinbarten Vergütung den mangelbedingten Minderwert des Werks des Bauunternehmens ermittelt. Im Übrigen bejaht der Bundesgerichtshof einen Schadensersatzanspruch gegen den Architekten wegen Planungs- und Überwachungsfehlern, die sich im Bauwerk bereits verwirklicht haben, auf Vorfinanzierung in Form der vorherigen Zahlung eines zweckgebundenen und abzurechnenden Betrages gegen den Architekten, wenn er den Mangel des Bauwerks beseitigen lassen will.